Abmahnwahnsinn im Internet- wohin soll das noch führen

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich habe meinen Online-Shop edv-webstore.de leider wegen einer Wettbewerbsrechtlichen Abmahnung geschlossen.

Auch diese Internetseite schließe ich vorsorglich, denn nach deutschem Recht ist es möglich, dass jeder aus geringfügigem Anlass abgemahnt werden kann. Für solche Machenschaften, die vom Gesetzgeber unterstützt werden, fehlt mir nicht nur jegliches Verständnis, sondern auch das Geld

Die einzige Internetseite, die ich bestehen lasse, ist www.kredit-versicherung-online.com

Weil ich der Meinung bin, dass es nach dem Deutschem Grundgesetz immer noch eine Meinungsfreiheit gibt



Meine persönlichen Gründe: 1. ich habe die vom Rechtsanwalt geforderten 755,- Euro nicht
                                                 2. ich bin auch finanziell nicht in der Lage, mir einen Anwalt
                                                    zu leisten um der Angelegenheit entgegen zu wirken
                                                 3. mit dieser Abmahnung wird sich meine Gesamtsituation, die
                                                    sowieso schon miserabel ist, garantiert noch verschlimmern

Meine persönliche Meinung:

Diese ganzen Abmahnungen sind anscheinend ein sehr lukratives Geschäft.
Das Schlimme an der Sache ist nur, dass der Klein- und
Mittelständler auf der Strecke bleibt und die Bundesregierung/ Bundesjustizministerium sehen einfach nur zu, beziehungsweise ermöglichen durch ihre Gesetzgebungen erst solche Machenschaften.
Ich sehe jetzt ein, dass ich geringfügige Fehler in der Widerrufsbelehrung, in den AGB’ s habe, aber nicht weil ich jemanden betrügen wollte, sondern weil ich sie von meinem Grosshändler übernommen habe.
Hätte ich eine Verwarnung oder Ermahnung bekommen, hätte ich die Möglichkeit der Änderung gehabt und wahrgenommen.
Hätte ich eine Verwarnung bekommen mit der Mitteilung, dass
ich einen Fehler in meiner Shopseite habe und hätte
diese Verwarnung ignoriert und würde dann eine
Abmahnung erhalten, würde ich es einsehen ,aber daran würde
keiner etwas verdienen und große Firmen würden ihre
Konkurrenten nicht auf eine einfache Art und Weise los werden.
Wenn man im Internet intensiv recherchiert und liest, aus
welchen Gründen Firmen und auch Privat User abgemahnt werden, ist dies einfach nur Abzocke und eine Schande für unserer angeblichen Rechtsstaat.
Es hilft doch keinem weiter, außer denen die abmahnen, denn
sie verdienen sich eine goldene Nase auf unsere Kosten.


Meine Gedanken zur Selbstständigkeit

Ich habe mich zum 01.07.2000 selbstständig gemacht. Nachdem die Firma in der ich tätig war, Konkurs angemeldet hat und ich einfach mit 43 Jahren nicht zu Hause rum sitzen wollte- das hätte mich krank gemacht- habe ich diesen Entschluss gefasst. Durch Hilfe meines ehemaligen Chefs, der mir alle Kunden, die ich bisher betreut hatte, mit auf meinen neuen Weg gegeben hat, konnte ich mich auf einen guten Kundenstamm berufen. Der Kundenstamm war für mich erst einmal das Wichtigste. Ein sehr gutes Startkapital. Ich bin jahrelang als IT- Techniker ständig in ganz Deutschland unterwegs gewesen und das rund um die Uhr und wenn es nötig war auch an den Wochenenden. So lief es auch bis zur Währungsumstellung ganz gut, ich bin nicht reich geworden, aber es ließ sich davon leben.
Nach der Währungsumstellung fing es dann langsam an, nach und nach wurden die Kunden immer weniger. Firmen gingen Pleite oder konnten sich keine PC- Betreuung mehr leisten.
Also habe ich meinen Stundensatz runtergeschraubt bis auf 10 EUR und habe so nach und nach mehrere Internetshops aufgebaut- als zweites Standbein.
Dann kam die Bundesregierung auf die Idee mit den Ich- AG’s die vielen Selbständigen den Rest gegeben haben. Sie waren oder sind in der Lage, dieselben Dienstleistung für 3-5 EUR anzubieten. Von da an reichte es hinten und vorne nicht mehr. Die Einnahmen haben nicht mal mehr für die Krankenkasse gereicht. 2005 habe ich einen Auftrag in Hamburg bekommen als Subunternehmer einer Berliner Firma für 3 Wochen Stunde 10 EUR wurde auch pünktlich bezahlt, danach kamen mehrer kleine Aufträge. Lief alles gut, es ging wieder etwas bergauf. Im Februar kam dann der Durchbruch. Wieder ein Auftrag von der gleichen Firma aber für 10 Monate. Immer bezahlt kann ja nichts passieren- dachte ich- am Anfang lief es ja auch gut 14 Tage Hamburg ,am Wochenende Rechnung geschrieben, mich um meine Internetseiten gekümmert- sie fingen langsam an zu laufen und montags wieder los. Einige
Wochen ging das auch gut, bis sich dann die Zahlungen immer mehr verschleppten. Nur meine fortlaufenden Kosten blieben, also stapelten sich wieder die Rechnungen. Meine Krankenkasse hat mir dann auch gekündigt. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben und in Hamburg weiter gemacht auch ohne krankenversichert zu sein. Im August ist es dann passiert durch die schlechten Arbeitsbedienungen (wir hatten den Auftrag über eine komplette Schwachstrom Verkablung) keine Fenster in dem Gebäude, durch das Aufstemmen der Wände immer im Staub gestanden, alle Räume nass, weil es soviel geregnet hat, lief das Wasser durchs ganze Gebäude. Da dies über Monate so ging, habe ich mir eine Lungenentzündung eingefangen. Dauerhusten hatten schon die Meisten meiner Kollegen- nur eines nachts kam bei mir zum Husten auch noch Blut. Am Morgen bin ich dann trotzdem wieder auf Arbeit. Aber bei der kleinsten Anstrengung hörte ich gar nicht mehr auf Blut zu spucken. Als das unser Auftraggeber gesehen hat, hat er mich sofort in eine Hamburger Rettungsstelle gefahren. Aber da ich ein ehrlicher Mensch bin habe ich in der Notaufnahme gleich gesagt das ich nicht krankenversichert bin.
Für die Mitarbeiter der Rettungsstelle, ging es ab dann einfach nur noch um den Punkt wer die Kosten für die Behandlung übernimmt, nach 2 Stunden bin ich dann gegangen, weil es scheinbar nicht mehr um den Menschen geht sondern nur noch um das Geld. Meine Frau hat zum Glück eine Möglichkeit gefunden, mich aus Hamburg abzuholen. Sie hat mich dann ins Krakenhaus Berlin Friedrichshain gebracht. Sie hatte vorab in der Rettungsstelle das Notwendigste geklärt und ich wurde dann auch ohne Krankenkasse komplikationslos behandelt, denn es zählte vorrangig das Menschenleben und nicht das Geld.
Seitdem ist mir zum ersten Mal so richtig bewusst geworden, dass ein Mensch der ehrlich ist und kein Geld hat, in Deutschland auch nichts mehr wert ist.
Nachdem es mir wieder besser ging habe ich mich nur noch um meine Internet-Geschäfte gekümmert, sah auch bis zum 23.12.2006 richtig gut aus. Zwar hatte ich wenig Einnahmen aber eine stetig wachsende Steigerung. Aber sogar diese Einnahmen werden mir durch bestimmte Berufsgruppen und ihren Auftragsgebern genommen. Scheinbar hat jeder das Recht, jeden abzumahnen und dafür auch noch richtig Geld zu kassieren. Wo soll das hinführen? Zurück in die 30er/40er Jahre? In dieser Zeit konnte man auch jeden, der einen nicht gepasst hat, anzeigen und damit einfach verschwinden lassen. Das alles ist nach meiner Meinung, nicht richtig. Existenzen werde zerstört, eigentlich nur wegen kleinen Formfehlern, die auch zum Teil einfach nur Auslegungssache sind.
Es war mir schon klar, dass das Weihnachtsfest in diesem Jahr nicht so verlaufen wird wie man sich Weihnachten in einer normalen Familie vorstellt, denn es war mir und meiner Frau schon peinlich genug, dass wir unseren Kindern nichts schenken können. Obwohl meine Frau als Krankenschwester im 3-Schichtdienst arbeitet bleiben uns zum Leben monatlich max. 150,00Euro zum Leben.
Und dann kam am 23.12.2006 der Höhepunkt allen Übels die Rechnung weit über 700,- EUR. Ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken gemacht, egal was du im Internet machst, eine Abmahnung über mehrere hundert Euro bis ins unendliche kommt sogar ins Haus, wenn du ein Punkt an die falsche Stelle gesetzt hast.
Aus diesem Grund werde ich meine Internetauftritte beenden, es ist mir einfach zu gefährlich wegen einem Formfehler Abmahnungen mit Geldstrafe bis in den gnadenlosen Ruin zubekommen.
Das ist jetzt das komplette Aus für meine Familie und mich ich gebe jetzt nach langem Kampf kraftlos auf, denn ich sehe eigentlich keinen Ausweg mehr, ich habe einfach in Deutschland keine Chance mit ehrlicher Arbeit mein Geld und damit mein Lebensunterhalt zu verdienen. Wie es nun weitergehen soll weiß ich nicht mit 49 Jahren werde ich wohl kaum eine neue Anstellung finden, dass habe ich auch schon oft probiert. Doch immer dieselbe Antwort: zu alt. Nur ich kann nicht den ganzen Tag vorm Fernseher sitzen und Däumchen drehen und hoffen, dass ich auch diesen Tag überstehe.
Solch ein Leben ist für mich nicht lebenswert.


Ich bedanke mich bei allen meinen Kunden und Besuchern meiner Internet-Seiten und wünsche allen ein Glückliches Neues Jahr.

Vielleicht liest jemand diese Zeilen, kann uns helfen oder einen guten Tipp geben. Wenn mir jemand eine Anstellung anbieten kann, wäre ich sehr dankbar. Ich würde mich über jedes Angebot freuen.

Jörn Nitsch



Anscheinend ist es dem Staat lieber man sitz auf seine Kosten zu Hause. . . oder?
 

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